Was uns auszeichnet: Profil der Schule (QB II)

Die seit 1965 als Förderschule bestehende Landgräfin-Elisabeth-Schule ist be-nannt nach der Heiligen Elisabeth, die sich bereits im Mittelalter sozial engagierte und Nächstenliebe aktiv lebte. Im Sinne der Namensgeberin versteht sich die LES derzeit als eine Angebotsschule für Schüler, die eine umfassende Lernförderung benötigen und in ihrem sozialen Handeln und emotionalen Erleben täglicher inten-siver Förderung bedürfen. Neben der Förderung vor Ort unterstützen und begleiten wir die Übergänge von und in die Regelschule. Hohe Ziele unserer pädagogischen Arbeit sind die Vermittlung fachlicher Grundlagen bereits von der Vorklasse an und die Vorbereitung auf sowie der Übergang in das Berufsleben. Zukünftig werden die Unterrichtsentwicklung und die Anpassung der Curricula im Blickpunkt der Arbeit stehen. Diese werden den sich ständig verändernden individuellen Lernausgangs-lagen unserer Schüler angepasst.

Sechs besondere Schwerpunkte machen die Landgräfin-Elisabeth-Schule zu einem Ort, an dem die Förderung jedes einzelnen Schülers großgeschrieben wird.

Im Sinne der Namensgeberin spielt das Soziale Lernen bei uns eine wichtige Rolle. Wir leisten Bindungsarbeit zwischen Lehrkräften und Schülern und wir geben dem Sozialen Lernen im alltäglichen Lernprozess viel Zeit und Raum. Die Schüler verfolgen persönliche soziale Lernziele, meist im Rahmen des ETEP-Konzepts. Das soziale Miteinander in der Klasse wird auch gefördert durch erlebnispädagogische Elemente und beispielsweise durch die Programme „Lubo“ und „Faustlos“ zur Gewalt-prävention.

Der Unterricht zeichnet sich durch individuelle Lernangebote aus. Aufgrund der  Klassenstruktur, der Fachexpertise der Förderschullehrkräfte, eines im Vergleich zur allgemeinen Schule besser auf die Förderbedürfnisse abgestimmten Lehrplans und umfassenderer Differenzierungsmöglichkeiten kann der Lernprozess für jeden ein-zelnen Schüler passend gestaltet werden. Auf Grundlage einer fachlichen Diagnostik wird der Lernstand jedes Schülers ermittelt und dann ein individueller Förderplan mit differenzierten Angeboten für jeden Schüler erstellt. Ein wichtiges Anliegen ist dabei immer die Förderung lebenspraktischer Kompetenzen.

In die Vorklasse/Eingangsstufe können Kinder aufgenommen werden, die bei Be-ginn der Schulpflicht körperlich, geistig oder seelisch noch    nicht so weit entwickelt sind, um am Unterricht der Regelschule mit Erfolg teilnehmen zu können, und die  deshalb zurückgestellt worden sind. Durch die Verbindung von sozialpäda-gogischen und unterrichtlichen Lern- und Arbeitsformen wird der Übergang in die Grundschule erleichtert. Für Kinder, die über die Vorklasse hinaus noch eine beson-dere, intensive Begleitung in ihrer Entwicklung benötigen, kann die Zeit an der LES bei Bedarf um ein weiteres Schuljahr verlängert werden.

Die Berufsorientierung spielt an der LES in den Klassen 7 bis 10 eine besondere Rolle. Durch handlungsorientierten Arbeitslehreunterricht, Praktika und Kooperation mit außerschulischen Lernpartnern soll den Schülern der Übergang von der LES an die Berufsschule oder in eine Ausbildung ermöglicht werden. Der berufsorientierende Abschluss oder aber, sofern die individuellen Lernvoraussetzungen gegeben sind, der Hauptschulabschluss schaffen hierfür die formale Voraussetzung.

Besonders das Beratungs- und Förderzentrum (BFZ) als Angebot für die Regelschulen ist ein Schwerpunkt unserer Arbeit. So werden z.B. Entwicklungsauffälligkeiten in den Bereichen Lernen, Sprache, sozial-emotionale Entwicklung frühzeitig erkannt. Entsprechend werden für die Schüler dann z.B. Förderpläne, Schullaufbahnberatungen etc. erstellt. Ab dem Schuljahr 2018/2019 ist die Landgräfin-Elisabeth-Schule das regionale BFZ-Ost mit dem erweiterten Einzugsgebiet der ehemaligen BFZ-Standorte Kirchhain und Heskem.

An der LES bieten wir ein Ganztagsangebot nach dem Profil 2 an.

Wie wir arbeiten: Schulkultur (QB V)

  • Pädagogische Grundhaltung
  • Ganztagsangebot
  • Schulleben
  • Kooperation und Kontakt nach außen

Das von den Lehrern gemeinsam entwickelte Leitbild beschreibt die pädagogische Grundhaltung und stellt die Basis der (pädagogischen) Arbeit dar. Darum sind das soziale und das kognitive Lernen Schwerpunkte unserer Arbeit. Die Grundsätze pädagogischen Wirkens sind geprägt durch Toleranz, Rücksichtnahme, Selbstdisziplin, Verantwortungsbewusstsein und einen höflichen Umgang miteinander. Dabei kommt den Erwachsenen eine wichtige Vorbildfunktion zu. Gemeinsam mit den Schülern, Eltern und Erziehungsberechtigten stärken und fördern die Lehrkräfte das soziale Miteinander. Jedes halbe Jahr werden Elterngespräche geführt, im Zuge derer die auf die Bedürfnisse des Kindes angepassten Förderpläne gemeinsam mit dem Schüler besprochen werden. Die Vermittlung lebenspraktischer Kompetenzen, die eine Selbstständigkeit der Schüler im Alltag anbahnen und stärken, steht als weiterer Aspekt im Mittelpunkt unseres pädagogischen Handelns. Neben der Bildung eines tragfähigen Selbstwirksamkeitskonzeptes findet auch der gleichberechtigte Umgang der Geschlechter und Kulturen Raum im pädagogischen Alltag. Die Schüler bekommen möglichst tägliche Rückmeldung über ihre Stärken und die noch zu fördernden Bereiche.

Die LES ist Ganztagsschule im Profil 2. Wenn die Schüler an einem AG-Angebot teilnehmen, sind sie von 8:00 bis 15:15 Uhr betreut. Im Rahmen des Ganztages gibt es qualifizierte erweiterte Betreuungs-, Lern- und Freizeitangebote. So können die Schüler beispielsweise an folgenden Arbeitsgemeinschaften teilnehmen: Fahrrad-AG, „Alt  trifft Jung“ – Kooperation mit einem Seniorenheim, Töpfern, Computer, Fußball, Basteln und Bewegungsspiele.

Die Beachtung und Förderung individueller Begabungen findet sich auch in den unterschiedlichen Aktionen wieder, die auf die Berufs- und Arbeitswelt vorbereiten helfen (siehe BO-Curriculum im Anhang). Exemplarisch seien an dieser Stelle der Pausenverkauf, die Herstellung und Vermarktung von Apfelsaft, die Bewirtschaftung des Außengeländes (Schulgarten, Schulteich), das Catering bei der Schulentlassungsfeier sowie die City-Bound-Fahrten in Großstädte genannt.

Die Schüler gestalten ihren Schulalltag aktiv mit, wodurch ihnen Verantwortungsübernahme ermöglicht und Gestaltungsspielräume eröffnet werden. Sie wirken bei Schulveranstaltungen mit, die teils jährlich, teils im Zweijahresrhythmus stattfinden.

Zu nennen sind hier die Einschulungsfeier, der Weihnachtsbasar, das Praktikumscafe, die Schulbühne, Sportfeste, die Fahrt zur Eislaufbahn, die Skifreizeit in Österreich, die Schulentlassungsfeier sowie Feste im Altenzentrum. Die Teilnahme an den aufgeführten Veranstaltungen und weiteren Wettbewerben, wie z.B. den Bundesjugendspielen, oder die Präsenz bei Fußballturnieren fördert die körperliche Gesundheit ebenso, wie es die sozial-emotionalen Fähigkeiten schult. Besonders stolz sind wir auf unseren Hochseilgarten und das weitläufige Gelände mit unserem Schulgarten und dem Schulteich. Darüber hinaus bieten die Klassenfahrten, die bereits ab der Vorklasse/Eingangsstufe durchgeführt werden, neue Erfahrungsräume in Gruppen.

Ein wichtiges Anliegen unserer Schule ist es außerdem, Schülerinnen und Schüler im Lesen zu fördern. Daher gibt es eine eigene Bücherei mit einigen hundert Büchern. Es gibt eine große Auswahl an Büchern in leichter Sprache, um Kinder mit Schwierigkeiten im Lesen ein passendes Leseangebot zu bieten. Aber auch aktuelle Kinder- und Jugendliteratur, sowie Sachbücher finden sich, sodass für jedes Kind Bücher auf passendem Leseniveau vorhanden sind und verschiedene Interessen abgedeckt werden. Die Lehrkräfte können für Unterrichtseinheiten Bücherpakte ausleihen, um eine themenbezogene Lerntheke im Klassenraum zu bestücken, um das selbstständige Lernen der Schülerinnen und Schüler zu fördern.

Wir arbeiten eng mit den uns zugeordneten Regelschulen sowie der Schule für geistige Entwicklung zusammen, besonders im Rahmen der Beratung, Förderung, Teilintegration und der Inklusion. Weiterhin haben unsere Schüler die Möglichkeit, entsprechend ihrer Stärken (z.B. in Englisch oder Mathematik) den Unterricht der benachbarten Georg-Büchner-Gesamtschule bzw. der Grundschule I zu besuchen. Dadurch wird eine eventuelle Rückführung in das Regelschulsystem erleichtert. Mit der Schule für geistige Entwicklung gibt es eine ähnliche Kooperation bei der Gastschüler als teilintegrierte Schüler an unserem Fachunterricht (Deutsch, Mathe) teilnehmen.

Ebenso besteht die Möglichkeit, dass unsere Schüler durch externe Logotherapeuten und/oder Ergotherapeuten am Vormittag betreut werden. Bei Bedarf steht der allgemeine soziale Dienst des Landkreises ebenso als Kooperationspartner zur Verfügung. Zudem kooperieren wir mit vielfältigen Anbietern der Jugendarbeit (z.B. JUKO, bsj-Marburg, fib-Marburg etc.).

Durch Betriebsbesichtigungen und Praktika wird die Zusammenarbeit mit Betrieben und Ausbildungsorten bestätigt und gestärkt. Darüber hinaus unterstützen Berufseinstiegsbegleiter von unterschiedlichen Trägern, an unserer Schule die Jugendlichen bei der Berufsorientierung.

Wie wir arbeiten: Lehren und Lernen (QB VI)

Grundsätzlich wird nach dem Klassenlehrerprinzip gearbeitet. Soweit es die Rahmenbedingungen zulassen, bilden wir Differenzierungsgruppen nach Leistungsstärke, z.B. in Mathe, Arbeitslehre, Schwimmunterricht). Bei maximal 16 Schülern ist eine enge Betreuung gewährleistet. Die Einteilung in die Klassen und die Zusammensetzung der Lerngruppen orientiert sich am Leistungs- und Entwicklungsstand des einzelnen Schülers. Um den Leistungsstand genauer feststellen zu können, werden zu Beginn des Schuljahres bei Bedarf Tests durchgeführt.

  • Vorklasse / Grundstufe
  • Mittelstufe
  • Berufsorientierungsstufe

Im Schuljahr 2015/16 wurde ein Eingangsstufenkonzept eingeführt, um bestimmten Kindern aus der Vorklasse besser gerecht werden zu können. Es handelt sich hierbei um Kinder, deren in der Vorklasse erworbenen Fähigkeiten im sozialen Handeln und emotionalen Erleben noch nicht stabil genug sind, um einen erfolgreichen Übergang in die Grundschule zu gewährleisten, und die noch ein weiteres Jahr an unserer Schule verbleiben.

Hierfür wurden Vorklasse und Jahrgangsstufe 1 als durchlässiges System organisiert: die Kinder der ersten Jahrgangsstufe werden im ersten Unterrichtsblock am Morgen gemeinsam mit den Vorklassenkindern betreut.  Hier erleben sie das aus dem Vorjahr bekannte ganzheitliche Angebot, einen gewohnten Ablauf, die Einbindung in bekannte Gruppenformen. Das fachliche Angebot in Deutsch (Schriftspracherwerb) und Mathematik erhalten sie in einer eigenständigen Gruppe in einem zweiten Unterrichtsblock (3. – 5.Std.)

Vordringliches Ziel ist es, diesen Schülern/-innen am Ende des 1. Schuljahres den Übergang in die Grundschule ohne sonderpädagogischen Förderbedarf zu ermöglichen. Ist dies nicht möglich, erfolgt eine inklusive Beschulung oder der Übergang in die Grundstufenklasse unserer Schule.

Ein besonderes Angebot für die Vorklasse ist die Arbeitsgemeinschaft „Reiterhof“, bei der die Schüler regelmäßig den Hof in Schweinsberg besuchen und den Umgang mit den Tieren lernen. Verantwortungsübernahme, Arbeitsorganisation etc. sind nur einige Komponenten, die dort erlernt werden.

Die Schulbesuchsjahre 2-4 (Grundstufe) bilden dann eine eigene Klasse.

Für beide Klassen gilt die Verwendung der Marburger Handzeichen, die Arbeit mit dem Buch „Momel“, in Mathematik finden die Methoden nach Kutzer Anwendung.
Der Deutsch- und Mathematikunterricht wird ganzheitlich unterrichtet. Mindestens einmal pro Jahr findet eine gemeinsame Projektwoche statt. Auch außerschulische Lernorte sollen zweimal pro Jahr aufgesucht werden.

Logopädagogische Behandlungen und Ergotherapie werden in beiden Klassen am Vormittag von externen Kräften in der Schule durchgeführt, damit eine regelmäßige Teilnahme der Schüler gewährleistet ist.

Für das Schuljahr 2018/19 konnte aufgrund geringer Anmeldungen keine eigene Vorklasse gebildet werden, so dass das Eingangsstufen Konzept nur reduziert durchgeführt werden kann. (ausführliches Konzept siehe Anhang)

Die Mittelstufe kooperiert sowohl mit der Grundstufe als auch mit der BO-Stufe. Darüber hinaus findet bei Bedarf eine enge Zusammenarbeit mit den benachbarten Regelschulen (z.B. im Rahmen von Probeunterricht) und der Schule für geistige Entwicklung (z.B. Teilintegration von Schülern beider Schulformen) statt.

Das Deutsch-Curriulum für die Mittelstufe wurde im Schuljahr 2017/18 überarbeitet, wobei besonders auf die fließenden Übergänge aus der Grundstufe sowie die Erarbeitung grundlegender sprachlicher und schriftsprachlicher Fertigkeiten im Hinblick auf die weiterführende BO—Stufe Wert gelegt wurde. Eine Weiterarbeit am Mathematik-Curriculum der Mittelstufe folgt – darauf aufbauend – im Laufe des Schuljahres 2018/19.

Im Zentrum der Arbeit in der Mittelstufe stehen neben der intensiven Förderung der Kulturtechniken das soziale Lernen nach dem ETEP-Konzept, erlebnispädagogische Elemente (z.B. ABC-AG) sowie die Einführung in den handlungsorientierten Arbeitslehreunterricht (z.B. Kennenlernen der Fachräume, Erlernen erster Arbeitstechniken…).

Im Schuljahr 2017/18 gibt es in der Mittelstufe einen offenen Unterrichtsanfang. Dadurch wird insbesondere den Schülern, die aufgrund ihrer Bus- bzw. Zugverbindungen oder aus familiär bedingten Gründen sehr früh in der Schule sind, ermöglicht, in Ruhe im Klassenraum anzukommen. Dabei können sie frühstücken, sich insbesondere im Winter einen Tee kochen, spielen, sich mit den Mitschülern und dem Lehrer austauschen. Dadurch wird das Vertrauen untereinander und die Klassenatmosphäre gefördert.

Hier werden die in den vorangegangenen Stufen angelegten Fertigkeiten für den Übergang von Schule in den Beruf u.a. im handlungsorientierten Arbeitslehreunterricht (Werken, Kochen, informationstechnische Grundbildung) gefestigt, erweitert und spezifiziert. Das handlungsorientierte Testverfahren HAMET zur Erfassung und Förderung beruflicher Fähigkeiten unterstützt einen stufenweisen Aufbau der beruflichen Fähigkeiten der Schüler. Schulpraktika (die Bandbreite reicht vom eintägigen Praktikum bis zu mehrwöchigen Praktika oder Tagespraktika über ein Schuljahr hinweg) und die Kooperation mit außerschulischen Lernpartnern, wie z.B. Handwerksbetrieben, der Praxis GmbH, Agentur für Arbeit etc., zeigen den Schüler konkrete berufliche Perspektiven auf.

Die umfassende Berufsorientierung hat sich als zielführendes Angebot für Schüler erwiesen, die entweder davon bedroht sind, in der Jahrgangsstufe 9 keinen Abschluss zu erhalten, oder die tatsächlich keinen Abschluss erhalten haben. Gleichzeitig ist in der BO-Stufe auch das Erlangen des Hauptschulabschlusses Ziel unserer Bemühungen. (ausführliches Konzept siehe Anhang)

Hier können sie unser Schulprogramm als pdf-Datei ansehen und downloaden!

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